Das Kloster Kemnade


Um 960 wurde von den Schwestern Frederuna und Imma, Töchtern des Billunger Grafen Wichmann, das Kloster gegründet. Frederuna leitete es als erste Äbtissin nach den Regeln des Benediktinerordens.

Zahlreiche Besitzungen in den umliegenden Dörfern,sowie in vielen Orten an der Elbe und sogar im Herzogtum Bremen, sorgten für eine wirtschaftlich solide Basis.

Judith von Northeim, die im 12. Jahrhundert das Äbtissinnenamt übernahm, stürzte das Kloster in eine große Krise. Aufgrund ihres freizügigen Lebenswandels wurde Judith schließlich abgesetzt und das vorher selbstständige Kloster ging mit all seinen Reichtümern in den Besitz des Klosters Corvey über.

Erst 1294, nachdem es von Mönchen bewohnt und danach lange Jahre verwaist war, zogen dort wieder Nonnen ein. In den nächsten Jahrhunderten verlor Kemnade zahlreiche Besitztümer und die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechterten sich.

Der im Jahre 1542 zwangsweise durchgeführten Reformation widersetzten sich die Nonnen lange Zeit, bis 1579 ein protestantischer Propst die Leitung des Klosters übernahm.

Nachdem das Kloster von 1593 bis um 1620 noch einmal in den Besitz Corveys gekommen war, erlosch seine Geschichte. Das Klostergut ging nach langen Auseinandersetzungen mit Corvey an die Herzöge von Braunschweig.