
Die Tumba des Edelherren Siegfried von Homburg (1300 -1380) ist aus Sandstein gefertigt und an den Seiten mit Maßwerk verziert. Die Deckplatte besteht aus Dolomitgestein. Sie zeigt eine wirklichkeitsnahe Darstellung des Edelherren und seiner Frau unter dem Kreuze Christi.
An der Vorderseite in der Nische eine Darstellung des Hl. Meinrad in langer gegürteter Tunika mit Kapuze und den Attributen Brot und Keule.
Rund um den Sarkophag befindet sich eine Inschrift in gotischen Minuskeln:
anno d(omi)ni mccclxxx (1380) obiit siffridus nobilis d(omi)n(us) de ho(m)borch p(ri)ori die und(e)ci(m) miliu(m) virginu(m) requiescat in pace ame(n)
Sie lautet übersetzt:
1380 starb Siegfried, edler Herr von Homburg, vor dem Tag der 1100 Jungfrauen. Er ruhe in Frieden. Amen. (20. Oktober 1380)
Wer war dieser Siegfried von Homburg, der in so einem kunstvoll gestalteten Sarkophag beigesetzt wurde?
Die Homburger residierten in der Zeit von 1144 bis 1409 als Edelherren auf ihrem Stammsitz, der Homburg, die als Ruine ca. 20 km von hier zwischen Eschershausen und Stadtoldendorf auf einer bewaldeten Höhe liegt. Sie genossen hohes Ansehen als Verwalter von Ländereien, Burgen und Ortschaften. Siegfried von Homburg wurde 80 Jahre alt und hat in seiner langen Regierungszeit großen Einfluss auf die Entwicklung seines Landes nehmen können. Aus Sorge um sein Seelenheil schenkte er dem Kloster Kemnade viele Ländereien. Für die weiblichen Mitglieder der Familie, die als Nonnen ins Kloster eintraten, wurde eine Jahresrente bezahlt.
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